Der Bus hat uns schließlich wieder in der Stadtmitte abgesetzt. Direkt am Taksim-Platz, der bei den vergangenen Unruhen in Istanbul häufig in der Presse genannt wurde. Einige fanden es etwas beklemmend diesen Platz, den man vorher nur aus den Nachrichten kannte, nun persönlich zu betreten.
Lange blieb aber nicht Zeit sich trüben Gedanken hinzugeben, denn unmittelbar am Taksim-Platz beginnt die unglaublich lange Einkaufsstraße Istikal caddesi. In Kleingruppen sind wir diese Fußgängerzone entlang gebummelt, haben in viele Läden reingeschaut, verhandelt und auch etliche Dinge erstanden. T-Shirts, Pullis, Schuhe, Schlüsselanhänger - unsere Tüten waren schon ganz gut gefüllt. Shoppen macht ja hungrig und so haben wir die enorme Vielfalt an Restaurants und Imbissen genutzt, um uns zu stärken. Statt üppigem Abendessen wie gestern, gab es heute also warmes Mittagessen.
Abgerundet wurde der Ausflug durch einen Abstecher zum berühmten Galata Turm. Etliche nutzten noch die Gelegenheit von dem Turm aus einen wunderschönen Blick über Istanbul zu genießen und konnten sogar den Sonnenuntergang mitverfolgen.
Recht erschöpft haben für den Heimweg dann das Abenteuer „Straßenbahnfahren in Istanbul“ gewählt. War das voll!! Wir hatten alle etwas zu kämpfen überhaupt einen Stehplatz zu ergattern. Auch der Ausstieg an der richtigen Station ist uns nur gelungen, indem wir sehr nachdrücklich deutlich gemacht haben, dass wir nun raus müssen. Aber - wir haben es geschafft!
Die ganze Gruppe wieder komplett konnten wir dann den restlichen Weg, die Straße auf der unser Hotel liegt immer Berg ab, in Angriff nehmen.
Studienreisen macht man ja schließlich nicht um rumzusitzen, und so ging es nach einer kurzen Pause auch gleich weiter. Wir hatten Besuch von Cesar. Cesar ist in Deutschland geboren, ist aber als Jugendlicher mit seiner Familie in die Türkei zurückgekehrt. Jetzt studiert der 24-jährige in Istanbul und hat sich bereit erklärt, auf all unsere Fragen zur Türkei, Antworten zu geben. Müde und k.o. hin oder her - es wurden viele, viele Fragen gestellt, die Cesar zu beantworten hatten.
Warum muss man in der Moschee die Schuhe ausziehen
Wie war das mit den Unruhen in Istanbul
Wie geht das, wenn man fünf mal am Tag beten soll - wird man dann von der Arbeit freigestellt?
Warum laufen hier so viele Katzen rum?
Wie ist das mit Zwangsheirat in der Türkei?
Wie ist hier der Umgang mit Homosexualität?
Warum wird hier im Straßenverkehr so viel gehupt?
... und noch viele, viele Fragen mehr.
Als kleinen Ausschnitt zu den Antworten nur soviel - Frage:, gibt es in der Türkei auch Theater? „In der Türkei ist alles ein riesen Theater! Familie, Freunde, Einkaufen - alles. Aber ich finde, das ist was Gutes“.
Zum Abschluss gab es noch einen Schnellkurs in korrekter Aussprache von „Danke“, „Ich liebe dich“, „Hallo“ und „Guten Abend“ - auf türkisch natürlich. Mit tosendem Applaus und sehr herzlichem Dank wurde Cesar nach fast 2 Stunden von uns verabschiedet.
Dann reichte es aber auch wirklich für einen Tag und der Mittwoch wurde offiziell beendet. Schließlich ist morgen auch noch ein Tag!
Korrektur: Einige sind tatsächlich noch aufgebrochen um doch noch eine kleine Nachtspeise einzunehmen ;-)
Gute Nacht und bis morgen!
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